Rendite nach Jahren: Was Aktien, Gold, Anleihen & Co. 2021–2025 wirklich brachten
2026-08-15
Dieser Artikel richtet sich an Anleger in Deutschland — Steuerregeln und Broker-Beispiele gelten entsprechend.
Auf unseren Kacheln steht bei Aktien "~10 %", beim Rechner rechnen wir mit 7,5 %. Aber kein einziges Jahr sieht wirklich so aus. Ein Durchschnitt verschweigt die Achterbahn dahinter. Hier zeigen wir die echten Jahresrenditen 2021 bis 2025 für die wichtigsten Anlageklassen — inklusive der Jahre, in denen es wehtat.
Ein Hinweis vorab zur Ehrlichkeit: Renditen hängen stark von Währung und Datenquelle ab. Wir geben Aktien und Anleihen in Euro an (das ist die reale Erfahrung eines Anlegers hier), Gold, Immobilien und Krypto werden meist in US-Dollar notiert — für Euro-Anleger fielen die Zahlen 2024/2025 wegen des schwächeren Dollars teils höher, 2025 wegen des stärkeren Euro teils niedriger aus. Alle Werte sind gerundet und stammen aus Index- und Fonds-Factsheets (MSCI, Bloomberg, FTSE EPRA Nareit, World Gold Council).
Die Jahresrenditen im Überblick
| Anlageklasse | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 |
|---|---|---|---|---|---|
| Aktien-ETF (MSCI World, EUR) | +31 % | −13 % | +20 % | +27 % | +7 % |
| Anleihen (Global Aggregate, EUR-gesichert) | −2 % | −13 % | +5 % | +2 % | +3 % |
| Gold (USD) | −4 % | 0 % | +13 % | +27 % | ~+40 % |
| Immobilien (REIT, global, USD) | +23 % | −24 % | +10 % | +2 % | +2 % |
| Tagesgeld (Ø Deutschland) | ~0 % | ~0 % | ~2 % | ~2,5 % | ~2 % |
| Krypto (Bitcoin, USD) | +60 % | −64 % | +155 % | +121 % | −6 % |
Zwei Dinge fallen sofort auf: Die Zahlen springen wild, und 2022 war für fast alles ein schlechtes Jahr gleichzeitig.
VWCE und IWDA — warum wir "MSCI World" zeigen
Die beiden meistgekauften Aktien-ETFs für europäische Anleger sind VWCE (Vanguard FTSE All-World) und IWDA (iShares MSCI World). Der Unterschied: IWDA hält nur Industrieländer, VWCE zusätzlich rund 10 % Schwellenländer. Ihre Jahresrenditen liegen deshalb nah beieinander — meist innerhalb von ein bis zwei Prozentpunkten. Die Zahlen oben basieren auf dem MSCI World (Netto, in Euro) als repräsentativem Wert; VWCE lag durch den Schwellenländer-Anteil in manchen Jahren leicht darunter, in anderen leicht darüber.
Das schlechte Jahr: 2022
Wenn Sie nur eine Zeile aus diesem Artikel mitnehmen, dann diese: 2022 fielen Aktien und Anleihen gleichzeitig — und zwar deutlich. Aktien −13 %, Anleihen −13 %. Das ist deshalb bemerkenswert, weil Anleihen normalerweise als Puffer dienen: Wenn Aktien fallen, halten oder steigen sie oft. 2022 nicht. Der Grund war der schnellste Zinsanstieg seit Jahrzehnten — und steigende Zinsen drücken die Kurse bestehender Anleihen.
Noch härter traf es börsennotierte Immobilien: REITs verloren rund −24 %, weil sie besonders zinsempfindlich sind. Und Krypto brach um −64 % ein (das Jahr von Terra/Luna und der FTX-Pleite).
Wer 2022 hielt, was gut aussah? Nur Gold (rund 0 % in USD, in Euro sogar leicht positiv) und Tagesgeld (nominal knapp über null — aber real, nach Inflation, ein kräftiges Minus). Das ist die Lektion, die ein Durchschnitt niemals zeigt: Es gibt Jahre, in denen fast alles gleichzeitig verliert.
Weitere "schlechte Jahre" zur Einordnung
2022 war kein Einzelfall. Ein paar historische Tiefpunkte, damit die Zahlen oben nicht zu freundlich wirken:
- 2008 (Finanzkrise): Der MSCI World verlor rund 40 %.
- 2018: Ein schwaches Aktienjahr mit rund −4 % — mild, aber real.
- 2020 (Corona-Crash): Zwischenzeitlich fiel der Markt um über 30 % — erholte sich aber im selben Jahr und schloss positiv. Ein Jahr, das zeigt: Der Verlauf innerhalb eines Jahres kann viel dramatischer sein als die Jahreszahl.
- 2013: Gold verlor 28 % — nach einem Jahrzehnt fast ununterbrochener Gewinne.
Warum diese Zahlen von unseren Kacheln abweichen
Auf der Startseite steht bei Aktien "~10 %", hier sehen Sie +31 %, −13 %, +20 %, +27 %, +7 %. Kein Widerspruch — es sind drei verschiedene Blickwinkel, jeder mit einem eigenen Zweck:
Die Kachel-Zahl (~10 %) ist ein historischer 10-Jahres-Durchschnitt. Sie glättet die Achterbahn zu einer einzigen Zahl, damit man Anlageklassen grob vergleichen kann. Sie sagt aber nichts über den Weg dorthin.
Diese Tabelle zeigt die tatsächlichen einzelnen Jahre — die Sprünge, die der Durchschnitt versteckt. "10 % im Schnitt" heißt eben nicht "+10 % jedes Jahr", sondern ein Auf und Ab, das sich über die Zeit zu ~10 % mittelt.
Unser Portfolio-Rechner nutzt bewusst vorsichtigere, zukunftsgerichtete Annahmen (z. B. 7,5 % statt 10 % für Aktien). Vergangene Renditen sind keine Prognose — für die Planung ist es klüger, nicht das beste Jahrzehnt in die Zukunft zu verlängern.
Kurz: Die Kachel blickt zurück und glättet, diese Tabelle zeigt die Realität Jahr für Jahr, der Rechner plant vorsichtig nach vorn. Alle drei sind ehrlich — sie beantworten nur unterschiedliche Fragen.
Was man daraus mitnehmen sollte
- Durchschnitte lügen nicht, aber sie beruhigen zu sehr. Die echte Erfahrung ist ruppig. Wer +27 % (2024) verkraften will, muss auch −13 % (2022) aushalten können.
- Diversifikation hilft — aber nicht immer. 2022 fielen Aktien und Anleihen zusammen. Genau dann zeigte sich der Wert von etwas Gold und einem Notgroschen in bar.
- Der Anlagehorizont entscheidet. Über 5 Jahre (2021–2025) hat ein Aktien-ETF trotz des −13 %-Jahres deutlich zugelegt. Über ein einzelnes Jahr ist alles möglich.
- Krypto ist eine eigene Kategorie. +155 %, dann +121 %, dann −6 % — und davor −64 %. Solche Zahlen kann man nicht seriös in eine Portfolio-Prognose einbauen; deshalb rechnen wir Krypto bei uns bewusst nicht mit.
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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ist keine Anlageberatung. Vergangene Wertentwicklung ist keine Garantie für die Zukunft. Renditen sind gerundet und je nach Währung und Datenquelle unterschiedlich.